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Rezension - Feuermohn / Band 2 der Mileans Erben-Saga von Lara Eliasch





Klappentext

Die Tulpenreiter sind geschwächt, Zephanian unterliegt der Gedankenmanipulation des lysischen Senators. Yola weiß, dass sie handeln muss, und macht sich mit ihren Gefährten auf eine riskante Reise ins Nachbarland Ogam. Ihre Mission: Ein Bündnis mit dem Kalifen schließen, um Milean aus den Fängen der lysischen Besatzer zu befreien. Doch schon an der Grenze gerät ihre Gruppe in Schwierigkeiten und Yola erfährt am eigenen Leib, dass ihre Drachenhaut eine ganz eigene Rolle in Ogam spielt. Als sie dann auch noch von Arodon und ihren Gefährten getrennt wird und allein um ihr Leben und ihre Ziele kämpfen muss, erkennt sie: Das Bündnis kann sie alles kosten, was ihr lieb und teuer ist…


Das Ruckeln wollte nicht aufhören. Wieder und wieder stieß etwas gegen seinen Kopf. Eine stetige Erinnerung daran, dass … etwas nicht stimmte. Er musste wach werden. Aber seine Augen wollten sich nicht öffnen. Nichts konnte er bewegen. Sein Kopf dröhnte wie eine blecherne Trommel. Geräusche prasselten auf ihn ein. Was war das? Ein Knirschen. Hufgeklapper. Gedämpft, als läge sein Hirn in Nebel. Saurer Gestank drang ihm in die Nase. Hinter seinen Augenlidern flackerte es rot. Schatten tanzten vor seinem inneren Auge, bewegten sich immer schneller, sodass sein Kopf noch schmerzhafter pochte. Bis die Schatten sich verbanden und zu einem Bild verschmolzen. Yola, leblos, in seinen Armen. Sofort preschte er mit dem Oberkörper hoch, dabei stieß er gegen etwas Hartes und stöhnte auf. »Sachte, Junge, oder willst du noch eine Gehirnerschütterung bekommen?«, sagte eine samtige männliche Stimme. Mühevoll schlug Arodon die verklebten Lider auf und blinzelte mehrmals. Gleißendes Sonnenlicht drang durch ein Fenster und tauchte alles in ein grelles Orange. Ein älterer Mann hockte neben ihm und schenkte ihm ein zahnloses Lächeln, das seine wettergegerbte Haut in die reinste Faltenlandschaft verwandelte. Seine Hand lag auf der Pritsche, gegen die Arodon gestoßen war. »Wo sind wir?« Seine Stimme war nicht mehr als ein Krächzen. »Auf dem Weg ins Land der Vergessenen«, antwortete der Alte.



Rezension

Der zweite Band setzt recht nah am ersten Band an, wodurch der Einstieg erheblich erleichtert wird. Dennoch musste ich mich erst wieder in die Handlung und in die Charaktere hereinfinden, wobei ich jedoch das Gefühl hatte, als würde Lara Eliasch einem die Hand reichen und in ihrer magischen Welt wieder willkommen heißen. Auch in diesem Band lebt die Handlung wieder von den Schicksalen und den Problemen der Protagonisten und Nebenfiguren. Vor allem kommen die Drachen noch einmal mehr in den Vordergrund, was ich unheimlich genossen habe.


Die Handlung ist phasenweise so verworren, das ich nicht mehr wusste was Richtig oder Falsch ist. Ob alles Sinn macht oder der rote Faden sich in Luft aufgelöst hat. Doch wenn es darauf ankommt, findet alles zusammen. Wenn die Charaktere zusammenwirken und ihre Schicksal ein großes Ganzes bilden, beginnt die Geschichte noch einmal auf einer ganz anderen Ebene zu wirken. Man staunt, wundert sich und findet dann doch wieder Hoffnung. Man sieht hier, dass eben auch die kleinen Entscheidungen nicht zu unterschätzen sind. Das kleine Schicksale und große Schicksale insgesamt auf ein gemeinsames Ergebnis hinwirken. Wenn auch nicht immer direkt ersichtlich.


An Yola mag ich so sehr, dass sie sich immer treu bleibt. Sie lässt Schwächen zu, was auch übertragen auf das reale Leben sehr inspirierend sein kann. Und dennoch überwindet sie jene, geht noch Stärker aus ihren inneren Kämpfen hervor.

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