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Rezension "Autumn & Leaf" von J. K. Bloom



Klappentext

551 und 556. Das sind ihre Produktnummern, denn sie wurden von einer Maschine erschaffen und in einem Institut großgezogen, wo sie darauf warten, verkauft zu werden. Sie sehen aus wie Menschen, besitzen jedoch keinerlei Rechte, dürfen keine Gefühle haben und schon gar keinen Umgang miteinander pflegen. Doch Autumn und Leaf geben sich Namen, lieben sich in aller Heimlichkeit und planen, zu fliehen. Als Leaf ausgerechnet an einen grausamen Mann verkauft werden soll, muss alles schnell gehen und die Flucht steht kurz bevor. Doch da erfährt Leaf, dass sich Autumn allein davongestohlen hat, ohne sie mitzunehmen. Ihr bleibt nur, sich ihrem Schicksal zu ergeben, denn ohne ihn ist sie eben nur 556. Ein Produkt, dazu verdammt, für die perversen Fantasien ihres neuen Besitzers herzuhalten. Sie ahnt nicht, dass die wahre Grausamkeit ihr noch bevorsteht, denn Autumn hat das Institut nicht freiwillig verlassen …



 


Rezension


Als ich das Buch bestellte, hatte ich bereits eine grobe Vorahnung, das J. K. Bloom hiermit ein kleines Meisterwerk verbracht hat. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ich durchlebte eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich war schockiert und litt mit den Autumn und Leaf mit und hinterfragte die moralischen Werte einer ganzen Gesellschaft, innerhalb des Buches.


Ich muss aber soweit ehrlich sein, das ich zu Beginn mit dem Gedanken gespielt habe, das Buch abzubrechen. Die ganze Handlung basiert mehr oder weniger auf einer düsteren Ausgangsgrundlage. Die “Produkte”, chemisch geschaffene Menschen, werden von ihren Käufern schrecklich behandelt. Zum Tode gequält. Misshandelt. Das wusste ich, als ich das Buch gekauft habe. Aber ein konkreter Missbrauch zu Beginn der Handlung, ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen, hat mir einfach das Herz gebrochen. Auch wenn die Szene “nur” knapp zwei Seiten anhielt. Mein Magen zog sich zusammen. Ich musste eine Lesepause einlegen. Hier wäre mir eine noch eindeutigere Triggerwarnung lieb gewesen. Ich selbst wurde bei der Suche nach einer Triggerwarnung nicht fündig.


Ich habe dann aber dennoch weitergelesen und wurde davon überzeugt, das es ein Fehler gewesen wäre, das Buch nicht zu beenden. J. K. Bloom schafft es Gefühle hervorzurufen, als würde man sie selbst durchleben. Der Schreibstil ist aufgrund der leichten Wortwahl, trotz des umfangreichen Themas, sehr angenehm zu lesen. Man fliegt förmlich durch die Kapitel. Ich konnte die Handlung zu keinen Zeitpunkt erahnen. Dies ist einer der wenigen Bücher, bei denen ich vom Ende wirklich überrascht war. Ebenfalls begeistert war ich von den ganzen Details, die in die Handlung eingebaut wurden. So ergaben gewisse Stellen auf einmal Sinn, die zu Beginn oder gegen Mitte des Buches vielleicht noch Fragezeichen aufgerufen haben. Auch solche Szenen, denen man auf den ersten Blick ggf. nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt hat.


Zwischendurch hat mir ein wenig die Tiefe der Nebencharaktere gefehlt. Anderseits bin ich mir auch nicht sicher, ob die Handlung durch weitere Detail zu überladen geworden wäre. Ich denke das ist eine reine Abschätzungssache.


Ich möchte noch anmerken, das mein Kauferlebnis sehr angenehm war. Ich habe J. K. Bloom auf Instagram angeschrieben und sie gefragt, welche Bücher von ihr sie mir für den Einstieg empfehlen kann. Und sie nahm sich bewusst Zeit, nach meinen Vorlieben zu fragen und hat mich entsprechend bestens beraten. Das war sehr schön, da ich das von nicht vielen Autorinnen kenne. Ich wusste, ich kann mich bei Fragen jederzeit an sie wenden. Darüber habe ich mich sehr gefreut.


Gesamtbewertung: 4/5 Sterne

Bewertung im Detail: Cover: 5/5, Spannung: 5/5, Story: 5/5, Charaktere: 4/5








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